Gastartikel Werner Egli - Teil 2

Fuerteventura  Inselausflug

Spätestens beim Anflug auf Fuertventuras Flughafen Porto del Rosario wird man denken: “Oje, in welcher Wüste bin ich da gelandet“. Und recht hat er. Fuerteventura besteht überwiegend aus Sand und Steinwüste. Die Dörfer befinden sich grösstenteils an der Küste.

 

 

Die Geschichte Fuerteventuras im „Glücksland“ oder „starker Wind“ oder „starkes Abenteuer“ bereits das Volk der Mauren vom nahen Afrika kommend unterjochten das damals blühende Land.

Es bestanden zwei Königreiche. Eines im Norden, eines im Süden.

Ja, sie haben richtig gelesen. Fuerteventura war ein üppig spriessendes Land mit Oliven, Getreide und Wälder. Der Abstieg begann als der Mensch auf die Idee kam, Kalk zu brennen als Baustoff. Dazu begann er die Wälder den Brennöfen zu opfern. Heute wird alles Baumaterial mit dem Schiff zugeführt. Da die Wiederaufforstung des abgeholzten Waldes gänzlich ausblieb, blieb auch der Wasserkreislauf aus. Die Bäume zogen keine Regenwolken mehr an, wie es zum Beispiel im Regenwald geschieht. Der Unterbau erhielt keine Feuchtigkeit mehr. Wenn einmal Regen kam, dann konnte er infolge fehlender Wurzelwerke nicht mehr aufgesogen werden. Die Folge war Erosion, wie man sie von blossem Auge sieht. Gleichzeitig ist Fuerteventura eine Insel im Atlantik rund 100 km in der Länge zwischen drei und dreissig Kilometer breit.

 

Das Salzwasser drückt mit ungestümer Kraft auf die Insel ein, durchdringt als Grundwasser die Böden und macht sie für die meisten Pflanzen lebensfeindlich. Wo früher also bis vor sechzig Jahren Getreidefelder standen, ist heute Brachland mit einigen Büschen für die Ziegen.

 

Einzig Tomaten und Aloe Vera können sich mit dem salzigen Grundwasser arrangieren.

Gerade Tomaten sind denn auch ein Exportschlager der nach Holland geht. Aloe Vera, ein Sukkulentengewächs gedeiht hier wie Unkraut und wird als Saft oder Gel angeboten. Überhaupt ist die Insel bei Touristen hoch im Kurs. Die Wärme, die Sonne, das Meer tun den ausgeleierten Gelenken gut. Das haben auch die Tourismus- und Baulöwen bemerkt und überziehen ganze Küstenstreifen mit baukastenartigen Appartements und Hotels. Weite Sandstrände, klares Wasser, ein kühlender Wind, all’ das steht für Urlaub.

 

Wie sang ein bekannter Schlagerstar schon in den 1960er Jahren:

„Ich hab noch Sand in den Schuhen von Hawaii und mein Herz ist froh und frei.“

Meinte er Hawaii oder Fuerteventura, unterschreiben kann man beides.  

 

Werner Egli

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